Quetschies, das ist Obstbrei in kunterbunten Quetsch-Tütchen, die jedes Kinderherz und auch wohl auch das der Eltern- und/oder Omas und Opas höher schlagen lassen. Denn sie bieten einen schnellen, sauberen und gesunden Snack. Oder?

Keine Frage, der schnelle Verzehr ist gewährleistetdenn es ist keine Zubereitung notwendig. Deckel auf und los geht’s. Die Gefahr dabei ist, dass leicht übersehen werden kann, dass es sich um eine Mahlzeit handelt. Dies kann dazu führen, dass mehr gegessen wird als notwendig ist.

Sauber ist es auch. Für die Klamotten, für das Gesicht – Wunderbar! Bedenkt man allerdings den Müll den man durch den Verzehr verursacht, bekommt der Aspekt der Sauberkeit einen Dämpfer. Für die Umwelt ist es alles andere als sauber.

Gesund? Klar, Obst ist gesund. Täglich sollten 2 Portionen Obst auf dem Speiseplan stehen. Aber sind Quetschies ein adäquater Ersatz für frisches Obst?

Was ist drin?

In der Hauptsache bestehen Breie aus püriertem Obst und Gemüse. Gängigste Obstsorten sind dabei: Apfel, Birne, Banane (fast immer enthalten), Mango und Pfirsich. Wenn Gemüse enthalten ist, dann häufig in Form von Karotten. Aber es gibt sie z.B. auch mit Spinat oder Süßkartoffeln.

Fast alle Quetschies werden mit einem fehlenden Zuckerzusatz beworben. Allerdings bezieht sich diese Angabe auf Haushaltszucker/Kristallzucker. Um diesen zu ersetzen werden süßende Saftkonzentrate hinzugefügt.

Zusätzlich zu den reinen Obst/Gemüsebreien sind auch Sorten mit Vollkorngetreide, Pseudogetreide (z. B. Quinoa) und Joghurt im Quetschie-Sortiment zu finden.

Was ist der Unterschied zu frischem Obst?

Zuckergehalt: Durch die zugesetzten Saftkonzentrate ist der Zuckergehalt der Quetschies deutlich höher als in frischem Obst. Es können je nach Sorte bis zu 18 g Zucker pro 100 g Brei enthalten sein. Das entspricht in etwa 200 ml Limonade. Ein Apfel enthält mit im Schnitt 10 g pro 100 g deutlich weniger Zucker. Dazu kommt der oben erwähnte Zusatz von Säuren des Zitronensaftkonzentrats in den Breien. Diese Kombination fördert die Kariesentstehung bei den noch weichen und empfindlichen Milchzähnchen.

Motorik: Beim Verzehr von frischem Obst wird  die Kaumuskulatur gestärkt und die Mundmotorik (Beweglichkeit von Zunge und Lippen) der Kinder und somit eine gute Sprachentwicklung gefördert. Das ist beim Nuckeln und Saugen an den Quetsch-Tütchen nicht der Fall. Außerdem fördert es zusätzlich zum Zucker- und Säuregehalt die Entstehung von Karies.

Preis: Mit bis zu 1,10 Euro pro 100g sind Quetschies deutlich teurer als frisches Obst. Z. B. sind  1 kg Äpfel schon für 1,99 Euro zu haben. Auch Obstgläschen sind mit im Mittel 50 Cent deutlich günstiger.

Fazit:

Quetschies

  • enthalten zuviel Zucker,
  • sind nicht förderlich für die Mundmotorik und Sprachentwicklung
  • sind sehr teuer und
  • verursachen unnötigen Müll.

Sie sind kein adäquater Ersatz für frisches Obst und sollten im Essalltag die Ausnahme sein. Das Dauernuckel sollte vermieden werden. Am besten werden die Breie mit einem Löffel gegessen/gefüttert.

Quetschies – Obst aus bunten Tütchen